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Gemsen besiedeln verschiedene alpine Lebensräume
entlang eines Höhengradienten, der von Felsspaltengesellschaften
über alpine Matten bis zum montanen Waldgürtel reicht. Als eine
der wenigen großen Säugetierarten haben Gemsen auch im dichtbesiedelten
Mitteleuropa noch einen ganzjährigen, natürlichen Lebensraum.
Durch die zunehmende touristische und sportliche Nutzung der Alpen ist
dieser Lebensraum aber inzwischen einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt
und seine Lebensraumeignung entsprechend eingeschränkt. Die damit
verbundenen Auswirkungen können zu Einstandsverlagerungen des Gamswildes
in den montanen Waldgürtel führen und so das Verjüngungspotential
der Bergmischwälder beeinträchtigen.
Vor diesem Hintergrund waren folgende Fragen von besonderem
Interesse:
- Wie nutzen Gemsen ihren Lebensraum?
- Welche jahres- und tageszeitlichen Nutzungsmuster lassen sich feststellen?
- Wie lässt sich die Habitatwahl von Gemsen charakterisieren?
- Lässt sich die Habitateignung des Biosphärenreservats Berchtesgaden
flächendeckend abbilden?
- Wie reagieren Gemsen auf anthropogene Störungen?
- Gibt es Zusammenhänge zwischen Störungsursache und der
Reaktion der Gemsen?
- Wie groß ist der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf
den Gamslebensraum?
- Welchen Einfluss haben anthropogene Störungen auf die Habitatnutzung?
- Wie groß ist der Einfluss von Gemsen auf die Waldverjüngung?
- Lassen sich Verbissmuster und Habitatnutzungsmuster zur Deckung bringen?
- Sind diesbezüglich saisonale Differenzierungen notwendig?
- Wie lassen sich die Gamsbestände im Nationalpark Berchtesgaden
erfassen?
- Welchen Einfluss haben jagdliche Eingriffe auf die Gamspopulation?
Aus den erzielten Projektergebnissen sollte ein Managementkonzept
erstellt werden, das Konfliktbereiche zwischen den Habitatansprüchen
der Gemse sowie menschlichen Aktivitäten und Nutzungsansprüchen
minimiert.
Dabei waren die folgenden Aspekte und Zielvorgaben von
prioritärer Bedeutung:
- Muss der Störungseinfluss auf Gemsen reduziert werden?
- Welche Aktivitäten und Nutzungsansprüche sind dabei von
vorrangigem Interesse?
- Wie lässt sich dieser Einfluss reduzieren?
- Wie müssen diesbezügliche Zonierungskonzepte beschaffen
sein?
- Wie lässt sich der Einfluss von Gemsen auf die Waldverjüngung
reduzieren?
- Inwiefern besteht diesbezüglich Handlungsbedarf?
- Wie sollten Eingriffe zur Bestandsregulation erfolgen?
- Können forstliche Maßnahmen den Konflikt entschärfen?
- Wie können die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden?
Im Rahmen dieser Präsentation können nicht alle
angeschnittenen Punkte abgehandelt werden.
Eine ausführliche Darstellung findet sich in der BfN-Schriftenreihe
"Angewandte Landschaftsökologie" (Heft Nr. 35) unter dem
Titel "Lebensraumansprüche der Gemse in
Wechselwirkung zu Waldentwicklung und Tourismus im Nationalpark Berchtesgaden",
die im Landwirtschaftsverlag
bezogen werden kann.(Bestellservice: service@lv-h.de).
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